Halter, Sockel, Stative und Befestigungssysteme bilden eine für den richtigen Einsatz von Messgeräten unverzichtbare Infrastruktur. Sie gewährleisten die stabile Positionierung der Messuhr oder anderer Geräte gegenüber dem Werkstück, die Wiederholbarkeit der Messungen, die Feineinstellung der Maße, die Ausrichtung und die Rechtwinkligkeit. Ohne einen geeigneten Halter kann auch das genaueste Messgerät keine verlässlichen Ergebnisse liefern. Sie werden in der mechanischen Werkstatt, im Messraum, an Prüfständen und an Mehrstellen-Messplätzen der Qualitätssicherung eingesetzt.

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Bauarten von Haltern
Magnetsockel verankern sich über einen Permanentmagneten oder einen mit Hebel schaltbaren Elektromagneten an ferromagnetischen Flächen, mit Haltekräften von 60 N bis über 1000 N. Sie sind mit Säulen, Gelenkarmen und Klemmen zur Aufnahme der Messuhr oder des Fühlhebelmessgeräts ausgestattet. Tischstative sind Säulen hoher Steifigkeit, in der Regel aus Granit oder Grauguss, die für Präzisionsmessungen auf Messplatten montiert werden. Universalhalter (V-förmige Sockel, Gelenkarme, Prismen) werden an bestimmte Geometrien angepasst.
Technische Merkmale
Die Steifigkeit des Halters ist ein kritischer Parameter: elastische Verformungen in der Größenordnung eines Mikrometers können die Messung verfälschen. Professionelle Sockel bestehen aus Grauguss oder gehärtetem Stahl, mit geschliffenen Flächen zur Sicherung von Ebenheit und Parallelität. Gelenkarme besitzen hochfeste Friktionsgelenke, die in zahlreichen Freiheitsgraden einstellbar sind. Die Feineinstellung erlaubt Justierungen in der Größenordnung eines Hundertstelmillimeters. Die Auflageflächen müssen die Stabilität auch bei erheblichen Massen des montierten Geräts gewährleisten.
Nivelliersysteme
Präzisionsmessungen von Geradheit, Ebenheit und Rechtwinkligkeit setzen eine korrekte Nivellierung von Gerät und Werkstück voraus. Dazu werden hochgenaue mechanische Libellen (Empfindlichkeit 0,02-0,1 mm/m), digitale elektronische Neigungsmesser mit Auflösungen bis 0,1 μrad und Laser-Ausrichtsysteme eingesetzt. Präzisionswinkel, Radienlehren und Haarlineale dienen als Winkelbezüge.
Anwendungen
Typische Einsätze sind die Montage von Messuhren an Drehmaschinen und Schleifmaschinen zum Zentrieren von Werkstücken, der Aufbau von Mehrstellen-Messplätzen zur Maßkontrolle, die Prüfung von Ebenheit und Rechtwinkligkeit mechanischer Bauteile, das Ausrichten von Werkzeugmaschinen und die Prüfung von Messplatten. Magnetsockel sind besonders vielseitig, da sie sich schnell von einer Maschine zur anderen umsetzen lassen.
Auswahlkriterien
Die Auswahl richtet sich nach Abmessungen und Gewicht des zu montierenden Geräts, nach der erforderlichen Haltekraft, nach den benötigten Einstellfreiheitsgraden, nach der Steifigkeit und nach dem Vorhandensein ferromagnetischer Flächen für Magnetsockel. Für Messungen höchster Genauigkeit sind Granitstative auf zertifizierten Messplatten vorzuziehen. Für den intensiven Werkstatteinsatz sind Magnetsockel mit Gelenkarm der ideale Kompromiss zwischen Vielseitigkeit und Robustheit.
Die modernsten Halter verfügen über Positionsgeber (magnetische oder optische Encoder) an ihren Einstellachsen, sodass die Koordinaten der Messstelle automatisch erfasst und die Geometrie des Werkstücks rekonstruiert werden kann: sie werden damit zu kostengünstigen Maßmessplätzen für Werkstattanwendungen und zu einer Alternative zu KMG der oberen Klasse. Die Funkanbindung erlaubt die direkte Übertragung der Daten an das Produktionsleitsystem.
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