Magnetische Wanddickenmessgeräte sind zerstörungsfreie Geräte zur Messung der Wanddicke von Behältern, Tanks, Gefäßen und Bauteilen aus ferromagnetischen Werkstoffen, wenn der Zugang zu beiden Seiten der Wand nicht möglich ist. Sie nutzen die Änderung des Magnetfelds in Abhängigkeit vom Abstand zwischen einer Magnetquelle und einem ferromagnetischen Ziel, das auf der anderen Seite der Wand angebracht ist. Sie ergänzen die Ultraschall-Dickenmessgeräte: die magnetische Messung erfordert weder Berührung noch Koppelmittel und ist auch durch nichtmagnetische Beschichtungen (Farbe, Kunststoff) hindurch möglich.

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Messprinzip
Das magnetische Dickenmessgerät besteht aus einer Messsonde, die einen Magneten und einen Hall- oder induktiven Sensor enthält, und aus einem Ziel (Target Ball) aus ferromagnetischem Werkstoff. Die Sonde wird auf der einen Seite der Wand angesetzt, das Ziel auf der anderen. Das vom Magneten der Sonde erzeugte Feld wirkt auf das Ziel und zieht es zur Sonde hin; der in die Sonde integrierte Hall-Sensor misst die Feldstärke, die sich mit dem Abstand zwischen Magnet und Ziel ändert — also mit der Wanddicke. Eine Kalibrierkennlinie verknüpft die Feldstärke mit der tatsächlichen Dicke.
Merkmale und Grenzen
Der typische Messbereich beträgt 0-25 mm für gängige Dicken, mit einer Genauigkeit von ±0,1-0,5 mm. Die Auflösung liegt bei 0,01-0,1 mm. Das Gerät arbeitet nur an ferromagnetischen Werkstoffen (Kohlenstoffstähle, Gusseisen) und bei nicht zu starker Krümmung. Für nichtferromagnetische Werkstoffe (Aluminium, Kunststoff, Edelstahl 304/316) gibt es Alternativlösungen auf Basis von Wechselfeldern, jedoch mit geringerer Genauigkeit. Das Prinzip setzt voraus, dass das Ziel in stabilem Kontakt mit der gegenüberliegenden Wand gehalten wird — eine für die richtige Messung entscheidende Bedingung.
Anwendungen
Die wichtigsten Anwendungen sind die Dickenkontrolle geschlossener, nicht begehbarer Tanks und Behälter (Zisternen, Autoklaven, Rohrbündelwärmetauscher), von Rohrleitungen, die während der Messung nicht entleert werden können, von Schiffsrümpfen und Bordwänden, die nur von außen zugänglich sind, von industriellen Stahlbehältern und von einigen Fahrzeugbauteilen. Die magnetische Messung ist der Ultraschallmessung vorzuziehen, wenn die Innenfläche unzugänglich ist und wenn die Außenbeschichtung (Farbe, Emaille) zum Auftragen des Koppelmittels nicht entfernt werden kann.
Normen und Kalibrierung
Die Kalibrierung magnetischer Dickenmessgeräte erfolgt mit Sätzen nichtmagnetischer Shims (PET, PVC) zertifizierter Dicke, die im Labor zwischen Sonde und Ziel gelegt werden. Die jeweiligen Prüfabläufe folgen den Angaben des Herstellers und der guten Praxis der ZfP-Verfahren. Bei qualitativen, nicht genormten Anwendungen bleibt es wichtig, die Messungen vor dem Feldeinsatz an Wänden bekannter Dicke zu validieren, die für die tatsächliche Anwendung repräsentativ sind.
Auswahlkriterien
Bei der Wahl des magnetischen Dickenmessgeräts sind zu berücksichtigen: der erforderliche Dickenbereich, die geforderte Genauigkeit, der Wandwerkstoff (üblicher Kohlenstoffstahl, magnetischer Edelstahl), die Krümmung des Behälters, die Zugänglichkeit des Ziels auf der Gegenseite und die Anforderungen an die Dokumentation. Tragbare Modelle eignen sich für Inspektionen auf der Baustelle und für die Instandhaltung; Tischmodelle bieten im Labor höhere Präzision. Vor der Einführung der magnetischen Messung für kritische Anwendungen wird ein Vergleich mit anderen Verfahren (Ultraschall, Röntgen) empfohlen.
Der kombinierte Einsatz von Ultraschall-, magnetischen und visuellen Verfahren erlaubt eine vollständige Inspektion industrieller Behälter, wobei jede Technik ergänzende Informationen liefert. Die Planung eines regelmäßigen Inspektionsprogramms nach den Normen der Branche (UNI EN 12572, API 653, ASME Section VIII) ermöglicht es, den Fortschritt der Korrosion im Blick zu behalten und vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen zu planen, was das Risiko eines Ausfalls im Betrieb verringert.
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