Dickenmessgeräte für dünne Folien, Foil und Bänder sind hochgenaue Instrumente zur Messung der Dicke von Kunststofffolien, dünnen Metallfolien (Aluminium, Kupfer, Stahlfolie), Textilbändern, Papier und Laminaten. Die messtechnischen Anforderungen dieser Werkstoffe (Auflösung unter einem Mikrometer, kontrollierte Messkraft zur Vermeidung von Verformungen, Berührung über eine ausreichende Fläche zur Vermeidung örtlicher Spitzen) haben zur Entwicklung eigener Geräte geführt, die sich von den üblichen Werkstatt-Dickenmessgeräten unterscheiden. Verbreitet sind sie in der Papier-, Textil- und Kunststoffindustrie, in der Dünnmetallverarbeitung und in Qualitätslaboren.

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Ausführungen und Prinzipien
Dickenmessgeräte für dünne Folien gibt es in mehreren Ausführungen: Tischgeräte mit kreisförmigem Auflageteller und mikrometrischem Messbolzen mit normgerecht gesteuerter Absenkung (ISO 4593, DIN 53105); tragbare Taschengeräte mit Fuß und digitalem Messbolzen für schnelle Messungen an Proben aus der Produktion; und Rollengeräte (Roller Thickness Gauge), die messen, ohne das Produkt zu markieren, mit kugeligem oder flachem Messeinsatz aus Wolframcarbid. Die Messkraft ist in den Prüfnormen festgelegt (typisch 0,5-1 N auf einer kreisförmigen Fläche von 1-10 cm², je nach Werkstoff).
Merkmale
Die Messbereiche reichen je nach Modell von 0 mm bis 2-10 mm, mit Auflösungen von 0,1 µm (hochwertige Labormodelle) oder 1 µm (tragbare Feldmodelle). Die typische Genauigkeit beträgt bei Labormodellen ±1-2 µm bezogen auf den Messwert. Die Messfläche besteht aus Wolframcarbid oder Saphir — für die Haltbarkeit — und ist je nach Werkstoff kugelig oder flach. Digitale Geräte verfügen über USB-/Bluetooth-Datenausgabe, statistische Funktionen, Messwertspeicher und die automatische Mittelwertbildung über mehrere Proben, wie es die Normverfahren verlangen.
Anwendungen
Typische Anwendungen sind die Dickenkontrolle von Kunststofffolien für Verpackungen (PE, PP, PET, PVC, BOPP), von Aluminiumfolie für Haushalt und Pharmazie, von Kupferfolie für Leiterplatten, von Druck- und Verpackungspapieren, Wellpappe, Tissue, Klebebändern, technischen Textilien und Laminaten. Die Dicke ist ein wesentliches Produktmerkmal und in eigenen Produktnormen geregelt (zum Beispiel EN ISO 534 für Papier, ISO 4593 für Kunststofffolien, DIN 53105 für Leder).
Prüfnormen
Die wichtigsten Normen sind: ISO 4593 für Kunststofffolien (Teller Ø 16 mm und Kraft 0,5 N), EN ISO 534 für Papier (Teller Ø 16 mm bei einem Druck von 100 kPa), ISO 2589 für Leder (mit eigenem Teller und eigenem Prüfdruck), DIN 53105 für Textillaminate und ASTM D374 für die Foliendicke. Die regelmäßige Kalibrierung der Geräte erfolgt mit Sätzen von Referenz-Shims bekannter Dicke, zertifiziert nach ISO 17025. Die Prüfung der Planheit der Messflächen ist entscheidend, um systematische Fehler zu vermeiden.
Auswahlkriterien
Die Auswahl richtet sich nach der für den Werkstoff geltenden Prüfnorm (die Tellergröße und Messkraft festlegt), nach dem Messbereich, nach der geforderten Auflösung, nach tragbarem oder stationärem Einsatz, nach der Verfügbarkeit einer Datenausgabe zur Einbindung in Qualitätsmanagementsysteme und nach dem Automatisierungsbedarf bei Produktionen mit hohem Volumen. Motorisierte Modelle mit gesteuerter Annäherung des Messbolzens bieten die beste Wiederholpräzision für normgerechte Messungen.
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